verblüffend
Er war Kellermeister und Ratsmusiker, Impresario und
Musikmanager, Konzertveranstalter und Komponist. Vor
allem war Johann Daniel Pucklitz aber tiefgläubiger
evangelischer Christ. Mit seinem Goldberg Baroque
Ensemble hat Andrzej Szadejko Pucklitz' Oratorium „Der
sehr unterschiedene Wandel und Tod der Gottlosen und
Gottesfürchtigen“ rekonstruiert und damit nach über 250
Jahren eine Partitur von unfassbarer Farbigkeit zu
neuem Leben erweckt.
vollendet
Das zweiteilige Werk überrascht schon mit seinen
Proportionen: Einer umfangreichen, dreisätzigen Sinfonia
folgt eine ausgedehnte Choralmotette, die in den
Arienteilen auch die Solisten hervorragend zur Geltung
bringt. Pucklitz folgte damit wohl den Erwartungen des
Danziger Publikums, denn er komponierte solche Werke
auf eigene Rechnung und eigenes Risiko.
verführerisch
Faszinierend ist Pucklitz‘ Sinn für Dramaturgie und
klanglichen Effekt. Die Instrumente des groß besetzen
Orchesters werden sparsam, aber sehr gezielt
eingesetzt, solistische Bravourpartien eingeschlossen.
Und während die Gottlosen im ersten Teil mit Pauken
und Trompeten feiern, bevor sie in angstvolles Klagen
ausbrechen, winkt den Gottesfürchtigen nach der Pause
Erlösung und ewiger Friede.
faszinierend
Hierfür hat Pucklitz sich gleich mehrere klangliche
Überraschungen aufgehoben: Eine Glasharfe verleiht
den „Erwünschte Todesstunden“ geradezu überirdische
Magie, während Harfe und Zimbeln zart und sanft den
Triumph des himmlischen Königreichs vorbereiten – ein
grandioses Finale, dem sich wohl niemand entziehen
kann.