kostbar
Faszination in Gold und Silber: Für die Päpste der
Renaissance und die Fürsten des Barock waren sie
glänzende Statussymbole. Jetzt bringen Lea Suter und
Juan González Martínez als Duo GlossArte diese
Kostbarkeiten für heutige Ohren neu zum Klingen. Der
unverwechselbar feine Klang der Silberposaune,
verfeinert mit Cembalo oder Orgelbegleitung, nimmt
uns mit auf eine Reise rund ums Mittelmeer und durch
die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts und entführt uns
in die Musik längst vergangener Zeiten.
filigran
Die helle Leichtigkeit des Instruments kommt nicht
zuletzt den überraschend virtuosen Partien wie in
Rognonis Diminutionen über di Lassos seinerzeit
berühmten Schlager Susanna d´Orlando zugute, einem
der ältesten Werke, das jemals ausdrücklich für die
Posaune geschrieben wurde. Aber Rognoni wusste
auch die lyrischen Qualitäten gekonnt einzusetzen,
zum Beispiel in seiner Bearbeitung von Palestrinas
Pulchra est anima mea.
prächtig
Palestrinas Strenge trifft auf Emotion pur: Anfang des
17. Jahrhunderts löst der stile moderno die Polyphonie
des stile antico mehr und mehr ab, Affekte und
Expressivität bestimmen nun die Musik. Die expressive
Vielfalt, die Juan González Martínez auf seiner Posaune
hervorzaubert, findet in Lea Suter am Cembalo und an
der Orgel eine fantasievolle und charismatische
Entsprechung.
opulent
Von Venedig bis Sevilla, von Neapel bis Toledo – im
Süden spielte in der ausgehenden Renaissance die
Musik. Das Duo GlossArte spürt den Virtuosen der Zeit
nach und erweckt eine der interessantesten Epochen
der Musikgeschichte zu faszinierendem neuem Leben.
„Virtuoses Silber... Dabei sind der eigentliche Clou der Aufnahme die aus Silber gemachten Posaunen, die Juan González Martínez nutzt, um vorwiegend italienische Musik vorzustellen. Ein Instrument wurde nach der frühesten erhaltenen Posaune überhaupt von 1551 erbaut, die andere nach einem Instrument von 1595. Und wie dieses Material den Klang beeinflusst, zeigt sehr schön der Vergleich mit zwei Tracks, in denen ein Instrument aus Messing verwendet wird. Umso treffender ist der Untertitel der CD, denn überaus virtuos geht es in den gespielten Werken, die in den Jahren zwischen 1615 und 1641 gedruckt wurden, fast überall zu. Und Juan González Martínez meistert alle Schwierigkeiten ebenso brillant wie klangschön. Bei Fontanas Sonata seconda geht er gleich zu Beginn gar an die Grenzen des Möglichen.“ (Klassik Festival)
„... in den schnellsten Verzierungspassagen, durch die Martínez mit großem Flair zu gleiten und zu flitzen scheint. Das bedeutet, dass die Sonaten im Stil des „Stylus phantasticus“ von Fontana und Castello sowie die Canzonas von Selma y Salaverde nichts von ihrem Schwung und ihrer Fantasie einbüßen und zu triumphalen Verkörperungen ihrer Teilfunktion werden, nämlich die Kunstfertigkeit und Brillanz ihres Interpreten zur Schau zu stellen. Gleichzeitig bewahren die auf Vokalvorlagen basierenden Stücke – eine Solomotette von Grandi, Correa de Arauxos „Todo el mundo en general“ und zwei von Rognonis heiteren „alla bastarda“-Transkriptionen vokaler Polyphonie – ihre lyrische Atmosphäre und Ausgeglichenheit.
Lea Suter, die frei zwischen Cembalo und Orgel wechselt, liefert solide stilvolle und zurückhaltende Begleitungen und entfaltet ihr ganzes Können in präzise ausgearbeiteten und intelligenten Cembalo-Soli – einer Frescobaldi-Variationsreihe, Rossis berühmter „Toccata settima“ und einem Capriccio von Macque, das aus derselben chromatisch durchzogenen Quelle schöpft.
Wenn Sie, wie ich, dieses Repertoire etwas unwiderstehlich finden, wird Ihnen diese neue Klangwelt sicherlich Freude bereiten.“ (Gramophone)
„Das Album präsentiert sich wie ein echtes Reisetagebuch, in dem farbenprächtige Canzonas, schlichte Sonaten, verzierte Melodien und aus der Volkstradition stammende Rhythmen zu einzelnen Stationen werden und ein Klangbild ergeben, in dem Virtuosität niemals um ihrer selbst willen eingesetzt wird, sondern stets im Dienste einer leuchtenden Ausdruckskraft steht. Schließlich präsentiert das Duo GlossArte eine SACD von ästhetischer Kohärenz, auf der sich instrumentale Virtuosität mit tiefer stilistischer Intelligenz verbindet.“ (OpusHD)