Aufbruch
Es war eine mit äußerster Spannung erwartete
Premiere: Mit Mozarts Klaviertrios begann Anfang
der 1990er Jahre die bis heute andauernde
Erfolgsgeschichte des inzwischen legendären
Konzertflügels „Manfred Bürki“ – ein Wagnis, das
MDG und das Trio Parnassus gemeinsam
eingingen. Die Neuauflage in MDGs „Preziosa“-
Serie zeigt einmal mehr die visionäre Kraft des viel
zu früh verstorbenen Klavierbauers Manfred Bürki,
der die damals bereits an die 90 Jahre alte Dame
aus der Steinway-Familie zu einem neuen Leben
erweckte.
Kontinuität
Ein moderner Konzertflügel, der die reiche
Klangvorstellung des 19. Jahrhunderts in unsere
Zeit rettet – welch Zugewinn an
Gestaltungsmöglichkeiten sich dem
entdeckungsfreudigen Pianisten bietet, war zum
Zeitpunkt der Aufnahme allenfalls zu erahnen.
Einige hundert Produktionen später ist
offensichtlich: Dieses Instrument eröffnet eine
neue Dimension des Klavierspiels.
Entwicklung
Das ist auch bei Mozart zu hören, spielt das Klavier
in seinen Trios doch die zentrale Rolle. In der
maßstabsetzenden Gesamteinspielung des Trio
Parnassus lässt sich zudem die zunehmende
Emanzipation der Streicher gut nachvollziehen, von
den frühen, auch heute weitgehend
vernachlässigten Trios, die noch deutlich in der
Tradition des Divertimentos stehen, bis zu den
großen Werken späterer Jahre.
Erfolg
Dass all dies keineswegs eine ausgemachte Sache
war, geht auch aus dem interessanten
Einführungstext des Produzenten Werner
Dabringhaus hervor. Etliche Feinabstimmungen an
Mechanik und Spielweise später bleibt
festzuhalten: Das Ergebnis ist eine klanglich und
musikalisch begeisternde Aufnahme, die bis heute
nichts von ihrem Status als Referenzaufnahme
eingebüßt hat.