fabelhaft
Zum 100. Geburtstag des legendären Dirigenten
Stanislaw Skrowaczewski veröffentlicht MDG in
Kooperation mit Denon die Live-Aufnahme von
Anton Bruckners 8. Sinfonie mit dem Yomiuri Nippon
Symphony Orchestra. Doppelte Krönung eines
Lebenswerks: Der fast 93jährige Dirigent formt
Bruckners letzte vollendete Sinfonie mit der
Erfahrung einer acht Jahrzehnte dauernden
Bühnenkarriere zu einem bewegenden Vermächtnis.
frenetisch
Anton Bruckner hatte es als Komponist nicht leicht.
Spät berufen, arbeitete der von ständigen
Selbstzweifeln geplagte Komponist seine Werke oft
mehrfach um, und auch beim Publikum fand er
zunächst keinen Anklang: Die Uraufführung der
Siebten geriet zum veritablen Skandal, nachdem die
Hörerschaft in Scharen den Saal verließ… Mit der 8.
Sinfonie hingegen erlebte Bruckner einen
triumphalen Erfolg: Nach jedem Satz applaudierte
das Publikum stürmisch.
fein
Da hatte Bruckner seine Sinfonie allerdings schon
vor der Premiere überarbeitet; die Urfassung war
selbst bei guten Freunden durchgefallen. Der
ursprünglich geplante triumphale Schluss des ersten
Satzes musste einer verhalten-innerlichen Coda
weichen, an die das kraftvolle Scherzo mit großem
Kontrast anschließt.
fähig
Höhepunkt ist das halbstündige Adagio. Der dunkle
Klang der Wagner-Tuben – weit mehr als nur eine
Referenz an das verehrte Vorbild – unterstreicht den
feierlichen Charakter des Satzes, zudem der einzige,
in dem Bruckner eine Harfe vorsieht. Das Finale
setzt einen monumentalen Schlusspunkt unter ein
Werk, das selbst den vermeintlichen Antipoden
Johannes Brahms zu der Bemerkung veranlasste:
„Bruckner ist doch ein großes Genie.“