Empfindsamer Stil
Christian Zacharias und das Orchestre de Chambre de Lausanne – eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Endlich hat das Dream-Team wieder ein sinfonisches Programm aufgenommen – und zeigt mit den Berliner Sinfonien von Carl Philipp Emanuel Bach eine Spritzigkeit und Ausdrucksintensität, die ihresgleichen sucht.
Modernes Sanssouci
Carl Philipp Emanuel Bach stand als Cembalist in Diensten Friedrichs des Großen. Die kreative Atmosphäre im Umfeld des kunstbeflissenen Königs zog zahlreiche Musiker von Rang und Namen an und sorgte für eine opulente Blüte der Instrumentalmusik. Dass Johann Sebastian Bachs zweitältester Sohn zu Lebzeiten dabei ungleich berühmter war als sein Vater, kam nicht von ungefähr: Moderner und eindeutig zukunftsorientiert ist seine Musik, und der Übergang von barockem Concerto zur Sinfonie der Klassik lässt sich an seinen Berliner Sinfonien hervorragend nachempfinden.
Königliches Vergnügen
Ritornellartige Tutti eröffnen die meisten der Sinfonien, deren Motive dann aber – ganz klassisch – locker harmonisch weiterverarbeitet werden. Unisonopassagen markieren wesentliche Abschnitte. Sehr ungewöhnlich und neu ist die zyklische Verknüpfung der Sätze, die Bach durch die Komposition von weiterführenden Überleitungen realisiert. Ambitionierte Bläserbehandlung mit oft gefürchtet hohen Hornpassagen ist ein Zeichen für die exzellente Qualität der von Bach geleiteten Hofkapelle.
Festliche Hofhaltung
Christian Zacharias zeigt mit seinem Orchestre de Chambre de Lausanne hochspannendes Musizieren, ohne zu historisieren. Mit pulsierender Energie elektrisieren die Musiker vom ersten Moment an den Hörer, der sich dank MDGs dreidimensionaler 2+2+2®-Wiedergabe unmittelbar in einer „königlichen“ Raumakustik wiederfindet.